Sinfoniekonzert VII
Tschaikowsky 4
Werke von Béla Bartók, Pjotr I. Tschaikowsky, Reinhold Glière
Termin
Donnerstag 12. Februar 2026
Freitag 13. Februar 2026
Freitag 13. Februar 2026
Hinweise
19:00 Konzerteinführung
Horn
Radek Baborák
Essener Philharmoniker
Dirigentin
Kristiina Poska
Béla Bartók
Rumänische Volkstänze, Sz 68
Reinhold Glière
Konzert B-Dur für Horn und Orchester, op.91
Pjotr I. Tschaikowsky
Sinfonie Nr. 4 f-Moll, op. 36
Beschreibung
"Das Schicksal, das wie ein Damoklesschwert über dem Menschen hängt" - so beschrieb Tschaikowsky das fanfarenartige Motiv des ersten Satzes der vierten Sinfonie, die in einer äußerst schwierigen Lebensphase entstand und teilweise die Auseinandersetzung des Komponisten mit den eigenen Dämonen zeigt. Ähnlich wie Tschaikowsky war Béla Bartók großer Anhänger der authentischen, volkstümlichen Musiksprache und Sammler von Originalmelodien. In seinem bunten Orchesterstück "Rumänische Volkstänze" ist der Titel eigentlich Programm. Im 1950 komponierten Hornkonzert des in Kiew geborenen Glière sind Anklänge an die russische Romantik zu finden. Zwischen Virtuosität und Lyrismus, zwischen tänzerischer Flexibilität und ruhiger Leichtigkeit bewegt sich dieses melodienreiche Konzert, das somit eine große Herausforderung für Hornist*innen darstellt.
Weitere Informationen
Béla Bartók war großer Anhänger der authentischen, volkstümlichen Musiksprache und Sammler von Originalmelodien. In seinen Reisen in Ungarn aber auch in benachbarten Gebieten (Rumänien, Ukraine, Slowakei) sowie in Nordafrika begegnete der stets neugierige Bartók Bäuer*innen und Dorfmusiker*innen, deren live vorgetragene Melodien er mit seinem Phonographen aufzeichnete oder notierte.
Seiner Überzeugung nach waren diese Menschen, die fern der hektischen Stadtkultur leben und der Natur physisch nahestehen, eine geschichtlich hochstehende Gesellschaftsgruppe. Insofern trug Bartóks Forschung zum Erhalt des musikalischen Reichtums dieser Regionen bei und bereicherte seinen persönlichen Stil: Unregelmäßige Rhythmen, „exotische“ Modi, schlichte, ortstypische Melodien und uralte Traditionen verschmelzen in seinen Werken mit den künstlerischen Errungenschaften seiner Zeit. Von den tausenden gesammelten Volksliedern fanden einige ihren Weg in den 1915 entstandenen Klavierzyklus „Rumänische Volkstänze“, der 1917 für kleines Orchester instrumentiert wurde.
Bereits ab 1908 hatte Glière kleinere Stücke für Horn und Klavier geschrieben, doch die Entscheidung, ein Solokonzert für das Horn zu komponieren, war eher ungewöhnlich. Das 1950 entstandene Hornkonzert ist Valery Polekh (1918–2006) auf den Leib geschrieben – einer der führenden sowjetischen Künstler seiner Zeit und Solohornist des Bolschoi Theaters für ca. 35 Jahre. Der für seine gefühlvolle Darbietung bekannte Polekh fügte die Solokadenz des ersten Satzes hinzu und brachte das Werk 1951 in Leningrad unter der Leitung des Komponisten zur Uraufführung. Polekh erzählte von der engen Zusammenarbeit mit Glière: „Der Komponist hat sein ganzes Herz, seine ganze Seele, sein Talent und seine große Liebe für das Instrument in dieses Werk gesteckt. Ich hatte das Gefühl, dass dieses Konzert zu einem Lieblingsstück der Hornisten werden würde. Glière hat mich nicht einmal nach meinen Eindrücken gefragt. Er konnte es selbst sehen und spürte es an meiner begeisterten Haltung.“ Zwischen Virtuosität und Lyrismus, zwischen tänzerischer Flexibilität und ruhiger Leichtigkeit bewegt sich dieses melodienreiche Konzert, das somit eine große Herausforderung für Hornist*innen darstellt.
Tschaikowskys Vierte nimmt einen herausragenden Platz im Œuvre – und im Herzen – des Komponisten ein. In einem Brief an Nikolaj Rubinstein, der die Uraufführung der Vierten 1878 in Moskau leitete, schrieb er: „Meiner Meinung nach ist dies mein bestes Werk. Von meinen beiden jüngsten Kompositionen, der Oper [Jewgeni Onegin] und der Sinfonie, ziehe ich Letztere vor.“ Und ein Jahr später: „Ich liebe dieses Kind von mir über alles; es ist eines der wenigen Werke, bei denen ich keine Enttäuschung erlebt habe.“ Die Vierte macht zusammen mit der Fünften und der Sechsten die Trias der meistgespielten Sinfonien Tschaikowskys aus und gilt als die erste Sinfonie eines russischen Komponisten, die einen internationalen Erfolg erlangte. Kein Wunder, denn dieses Werk ist weit mehr als nur ein Spiegelbild der Turbulenzen in seinem Leben: Wie die großen russischen Romane des Jahrhunderts verwandelt es persönliche Emotionen in etwas Universelles.
Seiner Überzeugung nach waren diese Menschen, die fern der hektischen Stadtkultur leben und der Natur physisch nahestehen, eine geschichtlich hochstehende Gesellschaftsgruppe. Insofern trug Bartóks Forschung zum Erhalt des musikalischen Reichtums dieser Regionen bei und bereicherte seinen persönlichen Stil: Unregelmäßige Rhythmen, „exotische“ Modi, schlichte, ortstypische Melodien und uralte Traditionen verschmelzen in seinen Werken mit den künstlerischen Errungenschaften seiner Zeit. Von den tausenden gesammelten Volksliedern fanden einige ihren Weg in den 1915 entstandenen Klavierzyklus „Rumänische Volkstänze“, der 1917 für kleines Orchester instrumentiert wurde.
Bereits ab 1908 hatte Glière kleinere Stücke für Horn und Klavier geschrieben, doch die Entscheidung, ein Solokonzert für das Horn zu komponieren, war eher ungewöhnlich. Das 1950 entstandene Hornkonzert ist Valery Polekh (1918–2006) auf den Leib geschrieben – einer der führenden sowjetischen Künstler seiner Zeit und Solohornist des Bolschoi Theaters für ca. 35 Jahre. Der für seine gefühlvolle Darbietung bekannte Polekh fügte die Solokadenz des ersten Satzes hinzu und brachte das Werk 1951 in Leningrad unter der Leitung des Komponisten zur Uraufführung. Polekh erzählte von der engen Zusammenarbeit mit Glière: „Der Komponist hat sein ganzes Herz, seine ganze Seele, sein Talent und seine große Liebe für das Instrument in dieses Werk gesteckt. Ich hatte das Gefühl, dass dieses Konzert zu einem Lieblingsstück der Hornisten werden würde. Glière hat mich nicht einmal nach meinen Eindrücken gefragt. Er konnte es selbst sehen und spürte es an meiner begeisterten Haltung.“ Zwischen Virtuosität und Lyrismus, zwischen tänzerischer Flexibilität und ruhiger Leichtigkeit bewegt sich dieses melodienreiche Konzert, das somit eine große Herausforderung für Hornist*innen darstellt.
Tschaikowskys Vierte nimmt einen herausragenden Platz im Œuvre – und im Herzen – des Komponisten ein. In einem Brief an Nikolaj Rubinstein, der die Uraufführung der Vierten 1878 in Moskau leitete, schrieb er: „Meiner Meinung nach ist dies mein bestes Werk. Von meinen beiden jüngsten Kompositionen, der Oper [Jewgeni Onegin] und der Sinfonie, ziehe ich Letztere vor.“ Und ein Jahr später: „Ich liebe dieses Kind von mir über alles; es ist eines der wenigen Werke, bei denen ich keine Enttäuschung erlebt habe.“ Die Vierte macht zusammen mit der Fünften und der Sechsten die Trias der meistgespielten Sinfonien Tschaikowskys aus und gilt als die erste Sinfonie eines russischen Komponisten, die einen internationalen Erfolg erlangte. Kein Wunder, denn dieses Werk ist weit mehr als nur ein Spiegelbild der Turbulenzen in seinem Leben: Wie die großen russischen Romane des Jahrhunderts verwandelt es persönliche Emotionen in etwas Universelles.